Die Arbeit des Städte- oder Reiseführers beispielsweise bei einem Rom Urlaub ist eine interessante, abwechslungsreiche Tätigkeit. Es ist allerdings auch ein herausfordernder Beruf, denn er vereint Wissen, Wissensvermittlung, Organisationstalent und Ausdauer – und den ständigen Umgang mit Menschen.
Es gibt in der Ausbildung verschiedene Wege, die sprichwörtlich nach Rom führen.

Das Berufsbild des Stadtführers und des Reiseführers unterscheiden sich

Der Stadtführer oder Fremdenführer ist in der ihm zugeteilten Stadt unterwegs. Er gestaltet und leitet Führungen durch die ganze Stadt wie auch in einzelnen Bereichen wie Schlössern, Museen oder sogar Friedhöfen. Er sammelt seine Gruppe um sich und führt sie bis zu zwei Stunden lang an die vereinbarten Orte, erzählt Wissenswertes und so manche Anekdote, und beantwortet die Fragen der Gäste. Am Ende der Führung entlässt er die Gruppe meist wieder am Ausgangspunkt der Tour oder an einem vorher vereinbarten Ort.

Der Reiseführer empfängt die Reisegruppe sofort nach der Ankunft im Hotel oder bereits am Bahnhof oder Flughafen. Er kümmert sich um die Zuteilung der Zimmer, ist Dolmetscher und Vermittler und nahezu rund um die Uhr für die Fragen und Anliegen der Reisenden da. Zusätzlich koordiniert und organisiert der Reiseführer die Besichtigungstouren mit den Guides vor Ort.

Anforderungen an beide Berufsgruppen

Sie sollten Freude am Umgang mit Menschen haben und an der Vermittlung von Wissenswertem mitbringen. Geschichtliches und kulturelles Interesse ist von Vorteil – sonst wird die Sache für Sie selbst schnell langweilig. Das Beherrschen einer oder mehrerer lebender Fremdsprachen ist eine wichtige Voraussetzung dafür, in vielen Bereichen einsetzbar zu sein. Auf diese Weise ist man natürlich flexibler – ob man nun Gruppen aus dem Ausland durch die eigene Heimatstadt führt oder in einem fremden Land die eigenen Landsleute betreut.

Die Wege zum Beruf

Wenn man zuvor bereits im Tourismusbereich Erfahrung gesammelt hat oder zumindest eine Ausbildung absolviert hat, die Sprachen schwerpunktmäßig inkludierte, hat man nun bereits einen bedeutenden Vorteil.
Aber auch eine sprachlich versierte Geschichtslehrerein hat gute Chancen, als Fremdenführerin die Gäste durch die Museen der Stadt führen zu dürfen.
Letztlich führt der Weg meist im zweiten Bildungsweg über Seminare von Reiseveranstaltern oder Reisebüros.
Oft bieten Reiseveranstalter selbst Crashkurse oder Intensiv-Seminare an. So bekommen die zukünftigen neuen Mitarbeiter genau jenes Wissen vermittelt, auf das diese Reisegesellschaft Wert legt.
Auch das Wirtschaftsförderungsinstitut in Wien bietet Fremdenführer-Kurse an, die mit einer staatlichen Prüfung abgeschlossen werden.

Inhalt der Seminare

Besonders wichtig ist die Rhetorik. Natürlich soll der Fremdenführer und auch der Reiseleiter die Informationen nicht nur langweilig herunter leiern, sondern spannend erzählen können. Es ist wichtig, einen dramaturgischen Bogen zu spannen, damit die Zuhörer auch geistig dabei bleiben. Dafür werden didaktische Strategien ausgearbeitet.
Die Lebendige Wissensvermittlung beinhaltet das Vorbringen von Beispielen, das Bereitstellen von Anschauungsmaterial auch zum Angreifen und Begreifen.
Neben den verschiedenen Möglichkeiten der verbalen und nonverbalen Kommunikation ist auch das Wissen um das richtige Konfliktmanagement wichtig. Denn leider kann es vorkommen, dass sowohl bei einer Stadtführung als auch bei einer Reise ein Konflikt innerhalb der Gruppe entsteht. Auch ein Konflikt mit dem Reiseleiter kann entstehen, wenn sich Gäste unzureichend betreut fühlen oder es irgendetwas zu beanstanden gibt. Und auch von außerhalb kann ein Störenfried Unruhe in die Gruppe bringen. Dann gilt es, den Zusammenhalt in der Gruppe zu stärken und gleichzeitig den Angreifer in Schach zu halten.
Natürlich ist auch ein Erste Hilfe – Kurs Teil beziehungsweise Voraussetzung der Ausbildung.

Das Wirtschaftsförderungsinstitut Wien listet für die Ausbildung zum städtischen Fremdenführer Kunst- und Kulturgeschichte, Heimat- und Volkskunde,
Politische Bildung ebenso auf wie Wirtschafts-, Sozial- und Rechtskunde, Rechnungswesen und Betriebswirtschaft, Fremdenverkehrs- und Wirtschaftsgeographie und Fremdenverkehrslehre als Prüfungsbereiche auf.

Für Wander- und Trekkingtouren sehen die Anforderungen und Ausbildungsinhalte für den Reisebegleiter anders aus. Die Planung der Route samt Labestationen, Unterkunft und Ausrüstungsliste ist ebenso wichtig wie das Gestalten von Naturerlebnissen, die dem Alter der Teilnehmer angepasst ist , niemanden überfordert und für alle anspricht.

Für Organisations- und Sprachentalente bietet dieses Berufsfeld eine Spielwiese, auf der sie sich kreativ austoben können.

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