Manchmal lehrt erst die Erfahrung, dass nicht alle Probleme mit der betreffenden Person gelöst werden können. Vor allem, wenn die Belastungen des Einzelnen aus seinen sozialen Kontakten resultieren. Gerade im familiären Bereich oder in Teams, die sich auf beruflicher Basis arrangieren müssen, ist es wichtig alle Personen, die von der Thematik berührt werden, mit einzubeziehen.

Mit der systemischen Therapie können Sie im Enzelsetting oder auch im Mehrpersonensetting / Gruppentherapie arbeiten. So kann jedem Menschen im sozialen System eine Stimme gegeben werden. Für die Lösung von Problemen sollte sich niemand übergangen fühlen und es können innere Abwehrhaltungen von vornherein vermieden werden. Wenn jeder der Beteiligten das zwischenmenschliche Neu-Arrangement mitgestalten darf, ist es um so unwahrscheinlicher, dass Konflikte im Hintergrund schwelen.

Die Selbstwirksamkeit von jedem Beteiligten fördert nicht nur das Kreieren und Annehmen der Neuausrichtung.
In einer Gruppe kann damit auch ein höchstmögliches Potential zur Heilung frei gesetzt werden. Außerdem bewirkt die gemeinsame Bewältigung von Problematiken eine Festigung innerhalb der Gruppe. Ein geübter systemischer Coach kann den anfangs unschönen Zustand auch dazu nutzen, gegenseitiges Verständnis zu fördern.

Den Gesamtkontext zu berücksichtigen eröffnet also mehr Möglichkeiten als ein Einzelcoaching.
Dass dieser umfassende Behandlungsansatz wirksam ist und nicht in die Ecke der verschwommenen Esoterik gehört wird nicht zuletzt dadurch bestätigt, dass die Krankenkassen seit dem 01.07.2020 die Behandlungskosten für die systemische Therapie bei Erwachsenen übernehmen. Hier gilt es aber zu beachten, dass nur psychologische und ärztliche Psychotherapeuten mit den Krankenkassen abrechnen können. Wenn Sie sich also mit dem Gedanken tragen, systemischer Therapeut zu werden und mit den Krankenkassen abrechnen wollen, dann ist eine umfassende Vorbildung samt Studium die Voraussetzung dazu.

Wenn Sie sich als Therapeut selbstständig machen wollen und ihre Ausrichtung die Behandlung von Privatklienten ist, wäre eine Ausbildung an einer freien Institution ausreichend. Die meisten Bildungseinrichtungen fordern ein Mindestalter und den mittleren Bildungsabschluss, um die Ausbildung beginnen zu können. Trotzdem gilt es aber ein Augenmerk auf Seriosität zu legen und gegebenenfalls selbst für die erweiterte Fachexpertise zu sorgen. Denkbar wäre zum Beispiel zusätzlich die Ausbildung zum kleinen Heilpraktiker, also den Heilpraktiker für Psychotherapie, zu absolvieren, wenn es an Grundlagenwissen zu psychischen Störungen und anderen Behandlungsmethoden mangelt.

Um die Ausbildung zum systemischen Therapeuten für sich in Angriff zu nehmen, sind durchaus die Bildungsgänge namhafter Vereinigungen zu empfehlen. Die Deutsche Gesellschaft für Systemische Therapie, Beratung und Familientherapie (DGSF) ist nicht nur für den Beginn des Therapeutenlebens ein guter Ansprechpartner. Zusammen mit der systemischen Gesellschaft kämpfte sie erfolgreich für die Anerkennung der systemischen Therapie als kassenärztliche Leistung. Aktuell machen sich beide Fachverbände dafür stark, dass die systemische Therapie auch für Kinder und Jugendliche von den Krankenkassen anerkannt wird. Die Aussichten sind mit Blick auf die bisherige Evidenz als positiv zu bewerten.

Letztlich konnte die Wirksamkeit der systemischen Therapie für Erwachsene vor allem bei Depressionen und Angststörungen überzeugen. Das Einsatzgebiet ist allerdings viel breiter aufgestellt. Psychosen, Essstörungen, sexuelle Dysfunktionen, Partnerschaftskonflikte, Zwangsstörungen oder auch Substanzmissbrauch sind nur einige der möglichen Anwendungsgebiete. So kann beispielsweise die Systemisch Positive Praxis in Köln, die systemisch arbeitet, können Sie also die Mehrheit aller Problematiken abdecken, was heilsam für den Menschen und sein System ist.

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