Wer sich generell für Piercings begeistert und deshalb auch andere Menschen mit einem kreativen Piercing versehen, also als professioneller Piercer agieren möchte, sollte im Vorfeld einige Aspekte beachten. Denn es ist nicht zwingend notwendig, dass eine Piercing-Schule besucht wird. Die Ausbildung zum Piercer ist nicht gesetzlich geregelt.

Wichtige Informationen für zukünftige Piercer

Da die Ausführung beziehungsweise das Stechen von Piercings genau betrachtet stets als Körperverletzung gilt, sollten Sie unbedingt wissen, wie ein professionelles Piercing gesetzt wird. Hierzu gehört beispielsweise auch der exakte Ablauf, die Hygienevorschriften an sich und wie sich ein Piercer für eventuelle Schäden absichert.

Eine seriöse Ausbildung zum Piercer beinhaltet grundsätzlich die genannten Aspekte. Ideal ist es jedoch, wenn Sie abschließend entsprechende Informationen beziehungsweise Unterlagen erhalten, sodass Sie die zwingend notwendigen Inhalte der Piercer-Ausbildung leichter und nachhaltig verinnerlicht werden können.

Zu den wichtigsten Inhalten der Schulung sollte somit folgendes gehören:

Kommunikation mit Kunden: Hierbei muss der neue Kunde Informationen erhalten, die das gewünschte Piercing an sich sowie dessen Risiken und Gefahren betreffen.

Materialkunde: Das Thema Material ist sehr umfangreich und beschreibt speziell die geeigneten Materialien für Piercings. Zudem müssen zukünftige Piercer wissen, welches Material überhaupt verkauft werden darf und welches sich besonders für Erst-Piercings eigenen.

Risiken / Gefahren von Piercings: Kunden müssen zwingend darüber informiert werden, welches Risiko sie mit einem Piercing eingehen. Zudem sind Auswirkungen mitzuteilen, die von einem Piercing langfristig ausgehen können.

Welches Piercing-Design steht zur Verfügung: Viele Kunden kommen in ein Piercing-Studio und haben spezielle Vorstellungen von ihrem neuen Piercing. Daher sollten Sie über unterschiedliche Designs und Ausführungen der etlichen Produkte informiert sein. Zudem muss Ihnen bekannt sein, wo und wie sich die Piercings stechen lassen. Risiken / Gefahren dazu sind ebenfalls zu beachten und dem Kunden unbedingt mitzuteilen.

Nach der Ausbildung: Haben Sie in einem Piercing-Studio Ihre Ausbildung erfolgreich beendet, müssen unbedingt mehr praktische Erfahrungen gesammelt werden. Als Hilfsmittel haben sich Puppen bewährt, um unter anderem anatomische Kenntnisse zu erlangen. Denn Piercings können zum Teil nahe von Nerven eingesetzt werden und dadurch enorme Probleme verursachen. Diese Risiken sollten stets vorab mit dem Kunden besprochen werden!

Piercer als Vertrauensperson

Wie wird ein Piercing überhaupt gestochen / wie verläuft die Abheilung: Während der Ausbildung zum Piercer muss Ihnen mithilfe von bebilderten Anleitungen, idealerweise mittels Video-Aufnahmen, vermittelt werden, wie unterschiedliche Piercings platziert und gestochen werden. Optimal ist auch, wenn Ihnen die Übung an einer Puppe ermöglicht wird. Hierbei sollte selbst an intimen und ungewöhnlichen Stellen geübt werden. Da sich Kunden natürlich für die Abheilung ihres Piercings interessieren, sollten Sie diesen Punkt immer verständlich und ausführlich erklären.

Absicherung / Kundendokument: Es ist stets sehr hilfreich, wenn Sie sich bei Neukunden absichern, indem diese einen Vordruck unterschreiben, dass das Piercing auf eigenen Wunsch gestochen werden soll und die Kunden über Risiken / Gefahren umfassend informiert wurden. Treten eventuell Fehler oder Komplikationen auf, sind Sie entlastet.

– Sie sind als Piercer kein ärztlicher Berater, doch trotzdem die Vertrauensperson in Bezug auf das gestochene Piercing. Daher sollten Sie fähig sein, Ihre Kunden professionell zur Pflege des Piercings anzuleiten. Zudem sind Hinweise wichtig, wie eine eventuelle Entzündung mit geeigneten Mitteln behandelt werden kann.

Diplom: Eine schriftliche Bestätigung beziehungsweise ein Diplom wird nicht immer von Piercing-Studios nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung vergeben. Allerdings ist gerade dieses Zertifikat für Sie als neuen Piercer wichtig, da Sie auf diese Weise mehr Sicherheit erhalten und Ihre Kunden offiziell informiert sind. Deshalb unbedingt nach einem Diplom fragen!

Je angenehmer Ihre Behandlung der Kunden ausfällt, umso positiver ist die Mundpropaganda, die Ihnen sicherlich weitere Kunden zuführt.

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