Die Schweiz ist aufgrund der hohen Lebensqualität und des hohen Lohnniveaus eines der beliebtesten Auswanderungsziele der Deutschen. Grenzgänger, die in der Schweiz arbeiten, aber in Deutschland leben, haben viele Vorteile von den hohen Gehältern, die sie in der Schweiz bekommen. Dem gegenüber stehen die vergleichsweise niedrigen Lebenserhaltungskosten in Deutschland. Wichtige Informationen, die Sie als Grenzgänger beachten müssen, beschreibt dieser Artikel.

Wer in der Schweiz arbeiten darf und welche Bewilligungen Sie brauchen

Grundsätzlich gilt: Jeder darf in der Schweiz einer Tätigkeit nachgehen. Für Staatsangehörige aus den EU-/EFTA-Staaten gilt der freie Personenverkehr. Dies bedeutet, dass sich diese Personen bis zu 3 Monaten in der Schweiz aufhalten dürfen, um einen Job zu suchen. Um die Arbeit in der Schweiz antreten und ausführen zu können, wenn der Wohnsitz in Deutschland beibehalten wird, bedarf es einer sogenannten Grenzgängerbewilligung. Den G-Ausweis bekommen Sie, wenn Sie mindestens einmal pro Woche an Ihren Wohnort in Deutschland zurückkehren. Wenn Sie einen befristeten Arbeitsvertrag zwischen 3 und 12 Monaten haben, dann ist die Gültigkeit der Grenzgängerbewilligung abhängig von der Dauer der Gültigkeit des Arbeitsvertrages. Ist Ihr Arbeitsvertrag länger als ein Jahr oder unbegrenzt gültig, dann gilt der G-Ausweis 5 Jahre.

Versicherungen für Arbeitnehmer in der Schweiz, Besteuerung und Verdienstmöglichkeiten

Als Grenzgänger benötigen Sie eine Krankenversicherung, welche die Grundversorgung abdeckt. Die Krankenversicherung wird in der Schweiz vollständig von Ihnen als Arbeitnehmer getragen, die Kosten sind jedoch weit geringer als in Deutschland. Das Formular E106 ermöglicht es Ihnen, ohne zusätzliche Kosten auch weiterhin Behandlungen bei deutschen Ärzten in Anspruch zu nehmen. Ebenso brauchen Sie eine private Haftpflichtversicherung, die unter anderem auch finanzielle Verpflichtungen für Schäden gegenüber anderen Personen übernimmt. Im Idealfall sollte die Haftpflichtversicherung mit der Hausratversicherung verbunden sein. Wenn Sie als Grenzgänger in der Schweiz arbeiten, Ihren Wohnsitz aber in Deutschland beibehalten, entrichten Sie Ihre Einkommenssteuer weiterhin in Deutschland und in der Schweiz bezahlen Sie eine sogenannte Quellensteuer in der Höhe von 4,5%. Auch die Mehrwertsteuer ist in der Schweiz viel niedriger als in Deutschland. Das Gehalts- und Lohnniveau liegt in der Schweiz deutlich über dem der verschiedenen Nachbarländer. Oft gilt das sogenannte Dienstalterprinzip: je länger Sie in der Branche arbeiten, desto höher ist auch der Lohn. Wenn Sie als Arbeitnehmer in Vollzeit arbeiten, verdienen Sie durchschnittlich 6538 CHF im Monat brutto, dies sind in etwa 6015 EUR. Der durchschnittliche Nettolohn beträgt in etwa 4917 CHF. Wenn Sie also in der Schweiz arbeiten und in Deutschland leben, zahlen Sie die Einkommenssteuer an das deutsche Finanzamt, die Quellensteuer entrichten Sie in der Schweiz.

Arbeitsbedingungen in der Schweiz und Jobsuche

Die Arbeitsbedingungen in der Schweiz sind ähnlich den Bedingungen in Deutschland. Die Wochenarbeitszeit liegt bei 40-45 Stunden, 20 Tage im Jahr haben Sie Mindesturlaubsanspruch. Es gibt in der Schweiz jedoch keinen Mindestlohn. Grundsätzlich ist es jedoch zu empfehlen, eine Grenzgängerberatung in Anspruch zu nehmen. Die Situation ist sehr komplex und eine kompetente Beratung zahlt sich in jedem Fall aus. Gute Jobs in der Schweiz finden Sie vor allem in Jobportalen sowie in Jobausschreibungen in professionellen Netzwerken.

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