Der Tätigkeitsbereich des Buchbinders geht weit über das Binden und Zusammenfassen von Büchern hinaus. Hier sind nicht nur handwerkliches Geschick und technisches Verständnis, sondern auch Kreativität und Kundenorientierung gefordert. Sie haben Interesse an Büchern und anderen Printmedien und besitzen eine Affinität zum Handwerk? Mit der Ausbildung zum Buchbinder können Sie beide Bereiche auf einem hohen Niveau miteinander kombinieren.

Die Ausbildung zum Buchbinder lässt sich in zwei Fachrichtungen unterteilen.
Buchbinder für Buchfertigung (Serie) stellen hauptsächlich, mit Hilfe von Maschinen, Bücher, Zeitschriften, Mappen aus einem Buchbinder Shop andere Druckerzeugnisse her. Da hier große Stückzahlen angefertigt werden, ist diese Fachrichtung eher der Industrie angehörig.
Der Buchbinder für Einzel- und Sonderanfertigung zählt dagegen zum Handwerk. Hier werden vor allem Unikate angefertigt, Bücher restauriert oder Kleinstauflagen produziert.

Ausbildungsinhalte:

Je nach Fachrichtung ist ein Buchbinder für die Auswahl eines für das jeweilige Druckerzeugnis geeignete Bindeverfahrens zuständig. Neben der Auswahl des Verfahrens muss das zu verwendende Material festgelegt, Maße berechnet und das Verfahren maschinell oder händisch durchgeführt werden. Dabei gilt es natürlich immer, Wünsche und Vorgaben des Kunden zu erfüllen und einzuhalten. Für die Verarbeitung steht die Bedienung von Maschinen zum Schneiden, falzen und prägen sowie verkleben und binden im Vordergrund.
Die Durchführung der Verfahren durch Bedienen und Einrichten der entsprechenden Maschinen sowie deren Wartung und Pflegen bilden die Hauptinhalte. Auch das Ausmessen und Berechnen von relevanten Maßen für Umschläge und Einbände sowie Arbeitsorganisation und Planung sind die relevantesten Lehrinhalte.

Dauer der Ausbildung:

Eine Ausbildung zum Buchbinder dauert drei Jahre und läuft dabei wie die meisten Berufsausbildungen in Deutschland dual ab. Das heißt, alle praktischen Fähigkeiten und Fertigkeiten werden in einer Werkstatt im Ausbildungsbetrieb vermittelt, parallel wird das dazugehörige theoretische Wissen in einer Berufsschule unterrichtet. Der Berufsschulunterricht findet je nach Betrieb und Schule ein bis zweimal wöchentlich oder mehrmals im Jahr für einen längeren Zeitraum statt, dem so genannten Blockunterricht.

Ausbildungsvergütung:

Der Verdienst während und nach der Ausbildung ist je nach Branche und Fachrichtung sowie Standort unterschiedlich. Im Schnitt kann aber mit einer Vergütung von circa 590 Euro im ersten Ausbildungsjahr gerechnet werden, welches sich pro Jahr um weitere 100 Euro erhöht.
Nach der Ausbildung sind Einstiegsgehälter von 1500 Euro bis 1900 Euro realistisch. Später sind ein Verdienst von bis zu 2400 Euro möglich, als selbständiger Buchbinder durchaus mehr. Das kann je nach Berufserfahrung, Zusatzqualifikation und Branche stark variieren.

Voraussetzungen:

Als Voraussetzung für die Ausbildung ist bereits ein Hauptschulabschluss ausreichend. Mit der Mittleren Reife sind Sie jedoch in der Regel noch etwas besser aufgestellt.
Neben allgemeinem Interesse an Büchern und anderen Printmedien, sollte ein technisches Verständnis vorhanden sein. Kreativität und handwerkliches Geschick können ebenfalls nicht schaden.

Wie gehts weiter?

Nach der Ausbildung zum Buchbinder gibt es viele Möglichkeiten, in das Arbeitsleben zu starten.
Da der Beruf weniger verbreitet, jedoch nach wie vor gefragt ist, wird beispielsweise in Druckereien mit Binderei, Druckweiterverarbeitungen oder Verlagen immer wieder nach qualifiziertem Personal gesucht. Auch eine Selbständigkeit kann lukrativ sein. Die Weiterbildungsmöglichkeiten reichen vom Buchbindermeister über Studiengänge für Digital – und Printmedien bis hin zum Medienfachwirt und Restaurator. Eine Ausbildung bietet also durchaus eine solide Grundlage.

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