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Die größten Fehler bei der Bewerbung für ein Traineeprogramm - Teil 2

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Montag, den 27. September 2010 um 17:34 Uhr

Dass an Bewerbungen für Traineeprogramme hohe Anforderungen gestellt werden, wurde bereits im ersten Teil der Reihe "Die größten Fehler bei der Bewerbung für ein Traineeprogramm“ erläutert. Doch die erwähnten 10 Fauxpas waren nur der Anfang einer ganzen Anzahl von weiteren Versäumnissen, die den Bewerbern um eine Traineestelle oder einem ersten Job nach Abschluss des Studiums regelmäßig unterlaufen. Daher geht es weiter mit 10 Fehlern, die man in der eigenen Bewerbung besser vermeiden sollte:

Falsche oder widersprüchliche Angaben...

in Anschreiben oder Lebenslauf sind ein absolutes K.O.-Kriterium für jede Bewerbung und lassen die Chance auf die begehrte Traineestelle gegen 0 sinken. Den Lebenslauf per Lüge zu „tunen" sollte man sich daher gut überlegen und immer im Hinterkopf behalten, dass den Unternehmen mittlerweile eine reiche Zahl an Informationsmedien zur Überprüfung von Fakten zur Verfügung stehen. Ganz vorne dabei: Online-Profile bei study oder meinvz, Google, der Telefonhörer und die Nummer vom letzten Chef und natürlich: der unsicherer Bewerber beim Vorstellungsgespräch. Also besser: Nicht übertreiben bei der schönen Schönfärberei.

Von der Norm abweichen...

steht in vielen Bereichen für einen individuellen Lebensstil und Charakterstärke. Beim Layout der Bewerbung dagegen kann das Ganze gerne mal ins Auge gehen. Es gibt DIN-Normen für die Gestaltung von Texten und für manches Unternehmen sind diese ein Kriterium für die Einordnung des Bewerbers. Wer mehr wissen will: Einfach mal DIN 5008 googeln. PS: Für verschiedene Berufsgruppen im kreativen Bereich mag dies nicht gelten - aber ein Personaler der permanent mit extravagant gestalteten Bewerbungen im DIN A1- oder Schuhkarton-Format zugeschmissen wird, freut sich vielleicht auch hin und wieder über eine normgerechte Bewerbung.

Leere Worte, Pauschalierungen und Allerweltsblabla...

sind keine geeignete Strategie um eine Bewerbung mit Inhalt und Leben zu füllen. Man sollte immer im Hinterkopf behalten, dass im Wort „Bewerbung", die „Werbung" eine zentrale Position einnimmt und daher die glaubhafte Werbung für die eigene Person im Vordergrund stehen sollte. Allgemeine Aussagen, Pauschalierungen und die Aneinanderreihung von toll klingenden Fähigkeiten sind meist kein überzeugender Weg ins Herz des Personalers und damit zur angestrebten Traineestelle. Man denke an Waschmittelwerbung. Auch hier perlen die wahnwitzigen Werbeaussagen am Beworbenen oft ziellos ab. Weil sie nicht belegt sind, weil sie nicht persönlich ansprechen, weil sie oft nur als überzogenes Marketing-Blabla wahrgenommen werden.

Nicht zielführend sind Sätze wie: Ich bin fleißig, teamfähig, belastbar, arbeite innovativ und zielstrebig und mache ihre Wäsche bei jedem Waschgang viel sauberer. Danke. Papierkorb.

Schreiben sollte man nur, was man auch mit einem realen Beispiel belegen kann und dann macht man das am besten auch gleich. Ohne Wertung und möglichst objektiv. Am Schluss stehen dann wahrscheinlich statt 15 toller Eigenschaften nur zwei oder drei. Aber diese überzeugen und verpuffen nicht innerhalb von Sekunden. Wie das geht? Durch Überlegungen, was man schon alles im Leben, in der Schulzeit, im Studium, während Praktika, ehrenamtlichen Tätigkeiten oder Auslandsaufenthalten erreicht hat.

Wer lange genug gräbt wird etwas finden, das stellvertretend für das eigene große Engagement, den Fleiß, die Hingabe für Projekte, die gute Teamfähigkeit oder andere Fähigkeiten steht und die jeweiligen speziellen Anforderungen des ausgeschriebenen Traineeprogramms aufgreift.

15 Falsche statt einer richtigen Bewerbung...

Und wir treten die Milch noch ein wenig mehr. Denn der vorherige Punkt steht synonym für weitere Überlegungen, die die inhaltliche Seite der Bewerbung betreffen. Eine Vielzahl von Bewerbern verschickt mehrere Dutzend Bewerbungen und passt natürlich zur jeweiligen Stellenanzeige und Stellen-Ausschreibung jeweils den ersten Absatz an. Auf diese Weise lässt sich tatsächlich in kurzer Zeit eine Vielzahl von Bewerbungen produzieren. Dass dies nicht besonders zielführend ist, sieht man schon an der hohen Anzahl der versandten Bewerbungen.

Daher sollte man sich, bevor man auch nur die Einleitung auf das Anschreiben schreibt, einmal ganz bewusst mit dem Spruch „Klasse statt Masse" befassen und diesen als Grundlage für alles weitere nehmen. Kein Traineeprogramm ist wie das andere, selten sind die Anforderungen an die zukünftigen Trainees dieselben. Meistens gilt das noch stärker für die jeweiligen Unternehmen.  Oft unterscheidet sich die Firmenphilosophie, die Branche, der Aufgabenschwerpunkt oder anderes. Und immer gilt es, genau die passende Bewerbung zu genau diesen Punkten zu verfassen. Dazu gehört eine ausführliche Recherche auf den Seiten des Unternehmens, vielleicht ein Anruf beim Verantwortlichen für das Traineeprogramm oder ähnliches.

Erst dann sollte man sich an die Bewerbung setzen und gezielt jeden Absatz auf die Anforderungen und das Firmenprofil hin schreiben. Die Zahl der Bewerbungen für einzelne Traineestellen wird  ganz sicher um einiges sinken, dafür die Erfolgsaussichten aber um mindestens den gleichen Anteil steigen - und: Man kann sich auf die wenigen Unternehmen beschränken, die wirklich interessant für einen selbst sind.

Zu lange und ausschweifende Anschreiben...

können noch bevor das erste Wort gelesen wurde zu negativen Verknüpfungen mit dem Bewerber führen. Wer für sein Anschreiben 2,5 Seiten braucht, kann wohl wichtiges von unwichtigem nicht trennen, ist schlecht im Priorisieren oder mag sich einfach aus Prinzip nicht an gängige Standards halten. Wie man es dreht und wendet - es ist negativ. Eine Seite für das Anschreiben ist das Ziel, das es zu erreichen gilt.

Sparsam formatierte Anschreiben...

mögen durch das Einsparen von Absätzen, fehlende Leerzeilen und ähnlichem Platz sparen, verderben allerdings ebenfalls jeglichen Spaß am Lesen. Daher themenspezifisch Unterteilen und die Absätze nicht ausufern lassen. Mehr als 7 Zeilen sollen es auf keinen Fall pro Absatz sein.

Unstrukturierte Anschreiben...

sind in etwa so nett zu lesen wie eine durcheinandergeworfene Loseblattsammlung. Was zusammengehört sollte auch zusammen stehen. Eine Einleitung hilft in den Text zu finden und ein Abschluss sorgt für einen harmonischen Abgang. Wer es dann noch schaffst, kleine Übergänge zwischen den einzelnen Themenblöcken zu basteln, hat bei diesem Punkt wahrscheinlich alles richtig gemacht.

Eine fehlende Betreffzeile...

macht es schwierig die Bewerbung schnell und richtig einzuordnen. Man sollte dem Anschreiben daher eine möglichst passende und aussagekräftige Betreffzeile mit auf den Weg geben. Und falls das Unternehmen eine Referenznummer oder ähnliches in der Stellenausschreibung vorgegeben hat, sollte auch diese auf keinen Fall im Betreff fehlen.

Original-Dokumente...

haben in einer Bewerbung nichts verloren. Sollten Unternehmen auf ein Original-Zeugnis bestehen, hilft eine beglaubigte Kopie oder die Ankündigung, dieses zum Vorstellungsgespräch mitzubringen.

Ein falsches oder altes Datum auf dem Anschreiben...

ist wahrscheinlich kein kompletter Aussortierungsgrund, hinterlässt aber einen schalen Geschmack. Hat man es mit einem uralten recycelten Bewerbungsanschreiben zu tun? Ist der Bewerber besonders nachlässig? Warum hat er vom Aufsetzen des Schreibens bis zum Versand 12 Wochen gebraucht? Eine hohe Motivation wird man hier sicherlich nicht vermuten.

Bildquelle:
© sigrid rossmann | pixelio.de