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Bewerbungsfoto als Teil der Trainee-Bewerbung

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Sonntag, den 01. März 2009 um 07:45 Uhr

269019_R_by_Stihl024_pixelio.de---Bewerbung-Kleidung-Anzug-Trainee-140pxSeit im August 2006 das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG)  in Kraft getreten ist, verzichten immer mehr Unternehmen darauf, Fotos als obligatorischen Teil der Bewerbung zu verlangen. Die Gründe dafür sind einfach: Die Rechtsgelehrten warnen davor, dass Richter in einem eventuell aufkommenden Prozess im Bewerbungs-Foto Indizien für eine Diskriminierung suchen.

Als Beispiel wird immer wieder das Bewerbungsfoto genannt, auf dem eine Behinderung zu sehen ist. Schon für das Jahr 2007 rechnete man mit den ersten Prozessen aufgrund von Klagen abgewiesener Bewerber, die dies unter anderem mit Diskriminierung aufgrund der Bewerbungsfotos begründen würden.

Hin und wieder liest man daher in Stellenanzeigen Sätze wie: „Bitte senden Sie uns keine unnötigen persönlichen Informationen wie Lichtbild etc. zu“. Die meisten Unternehmen verzichten allerdings einfach darauf, das Bewerbungsfoto zu erwähnen oder, wie die Allianz, sprechen diesem jeglichen Einfluss auf den Auswahlprozess ab.

Unternehmen und der Umgang mit Bewerbungsfotos

Aber nicht alle Unternehmen lassen sich einschüchtern. Bei ThyssenKrupp Steel weißt man auf den Hinweisseiten für das Traineeprogramm noch einmal ganz gezielt darauf hin: „Achten Sie hier darauf, dass Sie Ihren Bewerbungsunterlagen ein möglichst aktuelles Passbild beifügen.“ Ähnlich auch Envia für Ihr Traineeprogramm: „Wenn Sie an einem Einstieg als Trainee in unserem Unternehmen interessiert sind, bewerben Sie sich bitte mit folgenden

Unterlagen: Bewerbungsschreiben, Tabellarischer Lebenslauf, […] Passfoto.“

Christoph Nefzger vom Career Service der TU Berlin sagte in einem Gespräch mit der FAZ zum Thema Bewerbungsfotos: „Unternehmen in Deutschland erwarten das (Zusenden von Bewerbungsfotos – Anm. der Redaktion) jedoch stillschweigend immer noch. Und wir raten auch nicht davon ab, Fotos zu schicken. Aus Rücksprachen mit Unternehmen wissen wir, dass Bewerbungen ohne Foto tendenziell eher aussortiert werden.“

Bewerbungsbilder im Ausland

In verschiedenen Ländern, wie z. B. den USA oder UK ist es nicht mehr Standard ein Bewerbungsfoto anzufügen, teilweise werden Bewerbungen mit Foto gar nicht erst angenommen, sondern direkt aus dem Auswahlprozess ausgesiebt.

Die Stellenbörse StepStone rät eindeutig dazu, auch heute noch ein professionelles Bewebungsfoto zu versenden. Der Karrierecoach Jürgen Hesse gab in einem Interview mit der Stellenbörse eine ähnliche Meinung kund: „Ihr Foto ist meist das erste, was ein Personaler sich ansieht, es soll auf die Person neugierig machen und nicht abschrecken. Ein professionelles Foto ist also sehr wichtig.“

Die Bewerber und das Bewerbungsbild

Und was sagen die Aspiranten um einen Job bzw. eine Traineestelle? Noch Mitte 2008 haben sich 71,9% der deutschen Fachkräfte in einer Umfrage der Jobbörse Stellenanzeigen.de dazu bekannt, trotz fehlender Forderung nach einem Pass- oder Bewerbungsfoto ein solches den Bewerbungsunterlagen beizulegen. Und immer noch gilt der Grundsatz: „Wenn schon ein Foto, dann ein Gutes“. Das Berufszentrum NRW beruft sich auf eine Kölner Studie mit der Aussage, „dass 50 Prozent aller Stellensuchenden aufgrund eines schlechten Fotos bei der Vorauswahl ausgeschieden sind.“

Tipps zum Bewerbungsfoto

Auch die formellen Tipps für Bewerbungsfotos des Berufszentrums NRW lassen sich für alle, die sich zurzeit bewerben oder eine Traineestellen suchen übertragen: Professionelle Portraitfotos, in schwarz-weiß oder Farbe, seriösem Outfit und natürlich mit einem Lächeln auf dem Lippen. Und wenn es sich um ein von einem Fotografen gemachtes Bewerbungsfoto handelt, sollte dieser auf einen guten Kontrast zwischen Kleidung und Hintergrund achten und darauf, dass sich das Licht nicht auf der Haut spiegelt. Ein wenig Puder hilft hier Wunder.

Fazit: Auch heute noch sind Bewerbungsbilder in Deutschland gerne gesehen

Zusammenfassend kann man daher sagen, dass obwohl schon 2006 verschiedenen Personaler den Tod des traditionellen Bewerbungsfotos vorausgesagt haben, es sich bisher immer noch einer großen Beliebtheit erfreut. Bei den Bewerbern und den Entscheidern auf Unternehmensseite – auch wenn diese das so nicht kundtun dürfen. Verzichten sollte man dann, wenn man kein professionelles Foto hat oder sich in der Stellenanzeige ausdrücklich gegen die Zusendung eines Bildes ausgesprochen wird.


Quellen:

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 01. Februar 2010 um 13:16 Uhr