Traineeprogramme im Automobilbereich – trotz Krise gibt es sie noch

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Im Krisenjahr 2009 als Trainee in der Automobilbranche anfangen zu wollen, klingt nach einer besonderen Herausforderung. Negativnachrichten und düstere Prognosen dominieren hier die Schlagzeilen. Aber es gibt sie. Autobauer und Zulieferer der Automobilindustrie, die weiterhin den Nachwuchs fördern, Trainee-Programme auflegen und, so vermutlich die Hoffnung, gestärkt und wettbewerbsfähig aus der Krise hervorgehen wollen. Im Folgenden eine Zusammenstellung von Informationen mit Relevanz für angehende Trainees aus dem CRF-Top-Arbeitgeber „Automotive Deutschland“-Report der Jahre 2009/2010.

Goodyear Dunlop als erstes Unternehmen in diesem kleinen Überblick, hält trotz massiver Einschnitte und dem Abbau von weltweit 5.000 Stellen an seinen Einstiegsprogrammen fest. Bis zu 50 Einstellungen soll es im Zuge der Nachwuchsförderung geben. Goodyear bietet hier sowohl den Direkteinstieg, als auch Traineeprogramm mit unterschiedlicher Laufzeit und für die verschiedensten Studienrichtungen an. Ein klares Zeichen zur Richtung die man hier einschlägt.

Aber auch landläufig weniger bekannte Namen, wie z. B. Modine mit der Europazentrale in Filderstadt bei Stuttgart steht zu seinen Trainee-Programmen. Modine entwickelt und produziert Kühler für Fahrzeuge unter dem Oberbegriff Thermomanagement. Bei Einstiegsgehältern von rund 45.000,-€ werden hier unterschiedliche Trainee-Programme neben dem Direkteinstieg angeboten. Als besonders gut werden die Chancen auf eine erfolgreiche Karriere angepriesen, da man intern 85% aller Führungspositionen aus den eigenen Reihen besetzen würde. Aber auch Modine leidet unter der Krise und hat seit Beginn des Jahres 20% seiner Mitarbeiter freigesetzt.

Als 100%tige Tochter der DaimlerChrysler AG wurde die Star Cooperation gegründet und beschäftigt heute über 400 Mitarbeiter. Auch die Star Cooperation bietet sowohl Trainee-Programme, als auch den Direkteinstieg an. Selbst bei Trainee-Programmen wird schon von Beginn an der Erfolg der Trainees bewertet und gesondert vergütet. So ist es möglich, das als marktüblich bezeichnete Einstiegsgehalt auf immerhin 120% der vertraglich vereinbarten Summe zu steigern – oder bei fehlender Leistung um 20% zu senken.

Ein weiteres Unternehmen aus dem Bereich der Automobilzulieferer, welches in diesem Jahr trotz Krise Trainee-Programme aufgelegt hat, bzw. noch auflegt ist die Schnellecke Group mit Sitz in Wolfsburg. Gesucht werden für die Traineestellen vorzugsweise Fachrichtungen, wie z. B. Betriebswirtschaft, Informatik, Ingenieurwesen, Wirtschaftsingenieurwesen oder auch Logistik. Neben einem Mentorensystem, einem modularen Aufbau des Traineeprogramms und die Förderung der Netzwerkbildung über die komplette Unternehmensgruppe, steht hier auch ein Auslandsaufenthalt auf dem Programm. Das Traineeprogramm der Schnellecke Group dauert 12 Monate und führt die Trainees an mindestens 4 verschiedene Standorte des Automobil-Zulieferers.

Als letztes Beispiel für ein Unternehmen, welches auch in der Automobilbranche tätig ist, soll die SKF GmbH mit knapp 7.000 Mitarbeitern in Deutschland stehen. Auch hier ist für Studenten sowohl der Direkteinstieg, als auch der Einstieg über ein Management-Traineeprogramm möglich. Das Traineeprogramm beginnt mit einer dreimonatigen Orientierungsphase, danach werden auch in den restlichen 9 Monaten des Traineeprogramms Softskills geschult, Workshops besucht und das technische Fachwissen erweitert. Ein Mentor begleitet die Trainees auf ihrem Weg durch das Unternehmen, der auch die Möglichkeit auf Auslandsaufenthalte bietet.

Es gibt also noch eine Vielzahl von Wegen um ein Traineeprogramm im Automobilbereich einzuschlagen. Neben der hohen Chance auf Auslandsaufenthalte winken hier spannende Jobs und oft eine überdurchschnittliche Vergütung. Es empfiehlt sich allerdings, sich nicht nur auf die großen und bekannten Namen zu beschränken, sondern über den Tellerrand zu blicken und auch kleinere Unternehmen anzuvisieren, die sich z. B. in ihrer Nische als Marktführer  etabliert haben.

Quelle:
CRF Institute – Automotive Deutschland 2009/2010, Bielefeld, 2009, www.crf.com
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