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Erfolgreicher Berufseinstieg trotz Finanzkrise?

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Sonntag, den 15. Februar 2009 um 20:11 Uhr

337157_by_rainersturm_pixelio.de_aktenordner_boerse-130pxDie schlechten Nachrichten auf den Titelseiten und in den Wirtschaftsteilen der Zeitungen häufen sich. Von „Siemens schickt Tausende Beschäftigte in Kurzarbeit“ (Spiegel online, 12.02.09) über „Angst vor der Pleitewelle“ (Süddeutsche online, 01.02.09) bis zu „Konzerne streichen mehr als 50 000 Jobs an einem Tag“ (Handelsblatt online, 26.01.09) gibt es selten, wenn überhaupt, Positives zu vermelden.

Auch die verschiedenen Arbeitsmarkt-Indices verheißen nichts Gutes. Der Handelsblatt-FRAX, ein auf die Bereiche Banking und Finance spezialisierter Stellenindex, zeigt auch im Januar wieder einen Abwärtstrend, der sich weiter verstärkt. Damit hat er den tiefsten Wert in Folge seit 4 Monaten erreicht. Mittlerweile bedeutet das einen Rückgang der angebotenen Stellen um 25 Prozent.1

Und die Trainees?

Auch für Absolventen auf der Suche nach einer Traineestelle sind das schlechte Nachrichten, da die Personaler im Hinblick auf die Finanzkrise weniger Personal einstellen. Für Trainees, die sich bereits auf das Ende Ihres Traineeprogramms zu bewegen, könnte die Finanzkrise dafür sorgen, dass eine vorher sichere Übernahme nicht mehr garantiert wird.

Man sollte aber jetzt nicht überstürzt auf die allgemeine Panikwelle aufspringen und sich entmutigen lassen. Gut ausgebildete Absolventen sind auch heute noch gesucht. Bei Monster finden sich noch über 400 Angebote für Traineestellen aller Art. Jobrapido findet sogar über 6.000 Stellen zum Suchwort „Trainee“...

In einem Interview mit dem Stellenportal Absolventa äußerte sich der Arbeitsmarktexperte  Dr. Jochen Kluve zur Finanzkrise und den Auswirkungen auf Absolventen. Für ihn steht fest, dass im Normalfall Akademiker in weit schwächerem Maß von Krisen betroffen sind, als niedrig qualifizierte Arbeitnehmer oder ältere Personen. Hier macht sich eine gute Ausbildung bezahlt. Wie weit die Auswirkungen der Krise schlussendlich reichen, ist im Augenblick nicht abzusehen. Seines Erachtens lassen die verschiedenen Konjunkturpakete darauf hoffen, dass ein Teil der Krise abgefangen werden kann. Auch betont er, dass die Chancen für einen Berufseinstieg generell nicht so schlecht sind. Im Hinblick auf die Zeiten nach der Krise, können es sich die Unternehmen nicht leisten, auf Fachkräfte und Akademiker zu verzichten.

Besonders gut scheint die Joblage für Absolventen noch im Bereich der MINT-Fächer zu sein. Darunter fallen die Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Wie die Mainzer Allgemeine Zeitung vom 14.02.09 schreibt, gab es dort im letzten Sommer noch mehr als 140.000 offene Stellen, die teilweise strukturbedingt waren und so nicht im gleichen Maße von der Krise betroffen sind.

Was tun, um die Chancen zu verbessern?

Es ist ratsam, die Bewerbungsstrategie auszuweiten, sich nicht zu sehr auf eine Branche einzuschießen, sondern auch nach verwandten Tätigkeiten zu suchen, bei denen die eigenen Qualifikationen von Vorteil sind. Auch die deutschlandweite Orientierung kann zu einer deutlich höheren Chance bei der Suche nach einer Traineestelle helfen.

Wen Ortsnamen wie Wiesmoor, Grünenplan, Helmstedt, Burgundstadt oder Kleve nicht abschrecken, findet auch dort interessante Unternehmen. Diese erhalten sicherlich weniger Bewerbungen als branchengleiche Unternehmen mit Dependenzen in München, Berlin, Frankfurt oder Hamburg. Hin und wieder findet man auch internationale Großunternehmen, die sich auf der grünen Wiese breit gemacht haben (Grünenplan = Schott AG, Helmstedt = E.ON, Burgkundstadt = Baur Versand).

Wer Schwierigkeiten hat einen Einstiegsposition als Trainee zu finden, sollte besonders in diesen Zeiten auf die Erweiterung und Diversifizierung der eigenen Fähigkeiten setzen. Weiterbildungen, der Erwerb von Softskills und übergreifende Erfahrungen können helfen, den Lebenslauf aufzuwerten und das eigene Profil für Unternehmen interessanter zu gestalten.

Es empfiehlt sich weiterhin möglichst frühzeitig in den Bewerbungsprozess einzusteigen und nicht bis zum Abschluss des Studiums zu warten. Eine gute Gelegenheit sind die in ganz Deutschland stattfindenden Absolventenmessen. Die Atmosphäre ist ungezwungener als im normalen Vorstellungsgespräch und die persönliche Kontaktaufnahme zum passenden Ansprechpartner ist einfacher. Ein positiver Eindruck hier, kann im späteren Bewerbungsprozess nur von Vorteil sein.


Weitere Informationen:

Informationen zum Frax
Absolventa

Bildquelle:

© RainerSturm | PIXELIO

 


1Der Handelsblatt-FRAX ist ein von der Frankfurt School of Finance & Management entwickelter Arbeitsmarktindex. Er verzeichnet monatlich die veröffentlichten offenen Stellen in den Bereichen Banking und Finance.