Trainee-Gehälter auf Abwegen – Neue Gehaltsstudie für Berufseinsteiger - Teil 1

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Zum sechsten Mal seit 2005 jährt sich in diesem Jahr das Erscheinen der alma mater Gehaltsstudie. Fast 1000 Unternehmen haben aus dem Nähkästchen geplaudert und ermöglichen Hochschul- absolventen, Personalern, zukünftigen Trainees und anderen Interessierten  einen Einblick in die Gehaltsentwicklung der Berufseinsteiger. Auch my-trainee nimmt das zum Anlass, die Informationen auf unserer Seite bezüglich der Einstiegs- und Trainee-Gehälter an die Entwicklung anzupassen und im Folgenden einige der Studienergebnisse zum Besten zu geben. Der wichtigste Punkt vorab: Im Vergleich zur Studie aus dem Vorjahr sind die Gehälter, die im Rahmen von Traineeprogrammen gezahlt werden, leicht gesunken.

Trainee-Gehälter werden als Teil der Studie erst seit 2008 separiert erhoben und analysiert. Traineeprogramme werden als Funktionsbereich neben Einkauf, Marketing, IT, Personal und anderen erfasst. Teilweise bestehen große Unterschiede zwischen den Einstiegsgehältern in den verschiedenen Bereichen. So liegen die maximal zu erzielenden Gehälter für Berufseinsteiger im Vertrieb und der Finanzabteilung mit 70.000,-€ am höchsten. Immerhin 15.000,-€ tiefer liegen die Top-Einstiegsgehälter im Einkauf.

Die geringste in der Studie ausgewiesene Vergütung wird von Trainees erzielt und beträgt magere 10.500,-€. Damit liegen sie 1.500,-€ unter der Minimal-Bezahlung im Marketing und im Vertrieb. Direkteinsteiger in diesen Bereichen verdienen laut Studie nicht weniger als 12.000,-€. Eine Einstiegsposition im Vertrieb sorgt also nicht automatisch für einen hoch bezahlten Job in der oben angegebenen Höhe. Vielmehr dürften hier Provisionen für sehr gute Verkäufer zu solchen Spitzen-Gehältern für Einsteiger führen.

In der Studie finden sich viele Informationen über die Systematik der Datengewinnung und Auswertung, die auf der Seite von alma mater nachgelesen werden können. Hier wollen wir direkt zu den unangenehmen, teilweise bereits vorweg genommenen Ergebnissen der Studie vorzustoßen:

Tendenziell verdienen Trainees weniger als Direkteinsteiger (etwa 5% unter dem  Durchschnittsgehalt aller Berufseinsteiger in der Studie). Die durchschnittlichen Trainee-Gehälter sind seit der letzten Studie um knapp 1.700€ gefallen. Und, last but not least: In keinem anderen Funktionsbereich liegen die Minimal-Gehälter auf einem tieferen Niveau.

Warum Traineeprogramme trotzdem eine gute Möglichkeit für den individuellen Berufseinstieg sind, kann man in unserem Artikel: Traineestelle vs. Direkteinstieg nachlesen.

Trainee-Gehälter - Was möglich ist (im positiven und negativen Sinn)

Die Bezahlung von Trainees variiert nach der Studie zwischen schauderhaften 10.500,- und üppigen 60.000,-€. Dazwischen ist praktisch alles möglich. Der Median der erhobenen Trainee-Gehälter liegt bei 38.000,-€ und damit mindestens 1.000,- (im Personalbereich) bis höchstens 3.500,-€ (in Forschung und Entwicklung) unter den Gehältern der Direkteinsteigern. Median bedeutet, dass 50% der Gehälter unter diesem Wert liegen und 50% darüber. Im Klartext: 50% der Trainees verdienen mehr als 38T€, während 50% der Direkteinsteiger im Personalbereich mindestens 39T€ und 50% der Einsteiger in F&E mindestens 41.500,-€ verdienen.

Die Studie lässt aber weitere Eingrenzungen zu. Sowohl die schon erwähnten 10.500, als auch die angeführten 60.000€ stellen die Grenzen der Gehaltsspanne da, die von den wenigsten Trainees überhaupt erreicht werden. Im unteren Bereich ist es hier durchaus legitim von „glücklicherweise" zu sprechen. Aber fassen wir uns noch etwas genauer:

Die durchschnittliche Spannweite der Trainee-Gehälter

Die in der Studie vorgenommene Aufteilung der Gehälter in Quartile ermöglicht es noch etwas weiter ins Detail zu gehen. Denn hier kommen die Zahlen, denen man als Bewerber besondere Beachtung schenken sollte:

Die durchschnittliche Spannweite der Trainee-Gehälter beginnt bei 31.740,-€ und reicht bis hin zu 42.000,-€. Das heißt: Obwohl sich die gezahlte Vergütung aller Traineestellen über eine Spanne von knapp 50.000,-€ verteilt, liegen 50% der Gehälter in einem mittleren Bereich, der nur 10.000,-€ ausmacht. Wenn nicht darüber, sollte man sich mit seinem Gehalt zumindest in dieser mittleren Spanne wiederfinden. Falls dem nicht so ist, sollte es dafür erfassbare Gründe geben. Außerdem liegt die Annahme nah, dass man zu den 25% der Trainees gehört, die etwas, oder sehr viel schlechter als ihre Kollegen bezahlt werden. Die Gründe dafür können vielfältig sein. Sie können sowohl im persönlichen Bereich, als auch in strukturellen oder unternehmensabhängigen Faktoren begründet sein. Um die eigenen Gehaltsvorstellung realistisch einschätzen zu können, ist es daher von elementarer Bedeutung, sich mit den verschiedenen Einflussfaktoren zu beschäftigen.

Mit möglichen Gründen sowie einer Übersicht der Trainee-Gehälter in verschiedenen Branchen befassen wir uns im zweiten Teil der Studienauswertung für den Bereich Trainee-Vergütung. Diese folgt Mitte der Woche hier auf my-trainee.de.

Quelle:
Alle Informationen sind der aktuellen alma mater Gehaltsstudie 2010 entnommen. Diese ist auf der alma mater-Webseite nach Registrierung kostenlos zugänglich.
Alma mater - Gehaltstudie 2010, Einstiegsgehälter von Hochschulabsolventen & Vergütung für Praktika und Abschlussarbeiten, Stuttgart, 2010

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