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Trainees und Direkteinsteiger im Gehaltsvergleich – Die Trainees hecheln hinterher

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Mittwoch, den 16. Mai 2012 um 00:00 Uhr

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Jährlich erfreut uns die Alma mater Gehaltsstudie mit frischen Zahlen für Hochschulabsolventen. Und neben freudigen Überraschungen finden sich auch immer wieder traurige Werte in den Tabellen - oft zum Leidwesen der Trainees. Den ein gutes Traineeprogramm wird nicht automatisch gut bezahlt (Frage: Ist es dann überhaupt ein gutes Programm)? Das durchschnittliche Gehalt für einen Traineejob liegt bei 36.237€. die Spanne startet aber viel weiter unten.

Je größer der Arbeitgeber desto mehr ist am Ende in der Lohntüte

Schon in den letzten Alma Mater Gehaltsstudien hat sich gezeigt, dass sich die Arbeit bei größeren Unternehmen meist auch für die Angestellten auszahlt. Über alle Branchen und Funktionsbereiche hinweg betrachtet, liegt das durchschnittliche Einstiegsgehalt z. B. bei Ralf Rudheimers Ruderbootmanufaktur (mit weniger als 10 Mitarbeitern) ziemlich genau 20% unter dem durchschnitllichen Gehalt, das Einsteiger bei einem weltumspannenden Fahrzeugkonzern mit seiner Yachtsparte und mehr als 5.000 Mitarbeitern verdienen.

Wer es in ein mittelständisches Unternehmen schafft, das zwischen 100-999 Mitarbeiter in Lohn und Brot hält, kann diese Gehaltsdifferenz, zu den Mitarbeitern in Konzernen und Großunternehmen, im Durchschnitt auf 8,4% senken.

Der Haufe-Verlag hat sich in dem Artikel "Warum bezahlen große Unternehmen besser?" mit den Gründen für diese teilweise krassen Unterschiede beschäftigt und nennt 3 Gründe, die zu den höheren Löhnen führen. Etwas vereinfacht gesagt, liegt es an der größeren Macht der Gewerkschaften, an den höheren Gewinnen durch Massenproduktion und niedrigeren Stückkosten und dem hohen Bedarf an gut ausgebildeten Kräften, der meist nicht in der direkten Region befriedigt werden kann. Es ist also notwendig, Arbeitskräfte aus größerer Entfernung mit attraktiveren Gehältern anzuziehen.

Autobauer haben die Nase vorn - der Einfluss der Branche auf die Höhe der Vergütung

Die Branche ist eine wichtige Stellschraube, die immensen Einfluss auf die Zahlen auf der Lohnabrechnung hat. Wer als Absolvent bei einem Autobauer Fuß fasst, erwirtschaftet durchschnittlich 48.000,-€ und kann damit mit durchschnittlich 15.000,-€ mehr rechnen, als der Kommilitone, den es in die Medienbranche  verschlagen hat (33.000,-€/Jahr).  Im Tourismus sind es sogar 21.000,-€ die dem Einsteiger „erspart bleiben". Wer sich hier beruflich verwirklichen will, muss im Durchschnitt mit 27.000,-€ pro Jahr auskommen. Die höchsten zu erwartenden Gehälter liegen in der Touristikbranche bei 31.800,-€.

Keine großen Abstriche müssen Einsteiger in den Bereichen E-Technik oder Maschinenbau machen. Deren Gehälter liegen im Mittel bei 45.000,-€, knapp gefolgt von der Pharmaindustrie, den Banken und den Autozulieferbetrieben.

Trainees und Ihr Gehälter - nach Branchen

Während sich die bereits genannten Zahlen allgemein auf alle Berufseinsteiger beziehen, gehen wir jetzt etwas genauer auf die Trainees ein. In der folgenden Übersicht, finden sich die Vergütung von Traineeprogrammen nach Branchen aufgeschlüsselt.

Trainee Brutto Jahresgehalt nach Branche

Banken
43.781
Bauwesen
40.052
Chemie / Pharma
42.457
EDV-DL
32.240
ED-Hast.
32.333
Einzelhandel
34.388
E-Technik
44.376
Fahrzeug-Technik
43.722
G&A-Handel
31.825
Ing.-Dienstleistungen
39.369
KFZ-Zulieferer
44.092
Konsum
39.808
Logistik
38.486
Maschinenbau
43.483
Medien
25.716
Öffentliche DL
30.123
Sonstige Dienstleistungen
33.119
Tourismus
10.000
Unternehmensberatung / Wirtschaftsprüfung
32.644
Versorger
42.723
Durchschnitt
36.237


Traineestelle vs. Direkteinstieg

Wer auf den Durchschnitt schielt und das liebe Geld in den Mittelpunkt seiner Überlegungen stellt, für den bleiben keine Fragen offen. Traineeprogramme fallen in der durchschnittlichen Bezahlung hinter allen Direkteinsteigern zurück. Obwohl viele Unternehmen mittlerweile eine gleiche Bezahlung ohne Berücksichtigung des gewählten Weges anbieten, sind die Unterschiede noch leicht sichtbar.

Trainees verdienen im Durchschnitt 36.237,-€. Wer seinen Weg über den direkten Einstieg sucht, verdient nach der Alma mater-Studie:

1.      in Forschung und Entwicklung 41.309,-€

2.      in der IT 41.224,-€

3.      in der Fertigung 41.023,-€

4.      im Bereich Finanzen 40.786,-€

5.      im Einkauf 40.578,-€

6.      im Vertrieb 39.851,-€

7.      im Personalwesen 38.843,-€

8.      und im Marketing 38.312,-€

Neben den monetären Punkten, die ausschlaggebend für die Entscheidung für einen Weg ins Berufsleben sein können, sollte man als Absolvent aber auch die anderen Vorzüge, die Traineestellen bieten nicht zu gering bewerten. Dazu zählen:

  • die vorgeschobenen Orientierungsphase, die Traineeprogramme ermöglichen,
  • die Unterstützung durch einen Mentor, der dem Trainee mit Rat und Tat zur Seite steht,
  • das Sammeln von wertvollen Erfahrungen im Ausland durch einen Auslandsaufenthalt im Rahmen des Programms,
  • den Aufbau eines Netzwerkes innerhalb des Unternehmens,
  • eine Vielzahl von zusätzlichen Weiterbildungsmöglichkeiten und Seminaren,
  • die bessere Möglichkeit zur strategischen Planung der Karriere,
  • die Förderung abteilungsübergreifendes Denken und Handeln als Effekt der Rotationsausbildung und last but not least:
  • die insgesamt breitere Qualifikation der Trainees.

Allerdings gilt es, jeden Traineejob sorgfältig darauf zu prüfen, welche der genannten Punkte tatsächlich auch Teil des Programms sind. Denn wenn alle genannten Punkte im Rahmen des Programms gewährleistet sind, kann auch ein unterdurchschnittlich bezahltes Programm als Einstieg für eine erfolgreiche Karriere stehen. Allerdings gibt es auch hier Grenzen und eine sorgfältige Abwägung zwischen dem persönlichen Nutzen und den Nachteilen durch eine schlechte Bezahlung ist immer nötig. Kein Trainee sollte sich mit einem Gehalt in Höhe einer besseren Praktikantenvergütung abspeisen lassen.

Zur Alma Mater Gehaltsstudie:

Die Studie wurde 2012 zum 8. Mal veröffentlicht. Seit einigen Jahren enthält sie separat ausgewiesen auch Informationen zur Vergütung von Trainees. Nach Angabe der Studienausrichter haben sich in dieser Auflage über 1.000 Arbeitgeber an der Studie beteiligt und es wurden mehr als 6.300 Datensätze zu Gehältern ausgewertet. Ca. 16% der Daten stammen von Großunternehmen mit mehr als 5.000 Mitarbeitern. Rund 60% von Unternehmen aus dem Mittelstand mit 100 bis 5.000 Mitarbeitern und der Rest aus kleinen Unternehmen bis zu 99 Mitarbeitern. Die komplette Studie inklusiver ausführlicher Informationen findet sich unter www.alma-mater.de (Registrierung notwendig!)

Quellen und weitere Informationen zum Thema:
Warum bezahlen große Unternehmen besser?
Haufe vom 06.04.2012

Bildquelle: © RainerSturm / PIXELIO