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Traineeprogramme - Einstieg für Aufsteiger

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Dienstag, den 08. Februar 2011 um 20:55 Uhr

Annika Falkengren hat es geschafft. 1987 hatte sie als Trainee bei der schwedischen Bank SEB angefangen. Heutzutage wird sie, die Vorstandsvorsitzende der gleichen Bank, als die vielleicht mächtigste Bankerin ganz Europas gefeiert. Es ist gewagt zu behaupten, dass sie es als Direkteinsteiger weniger weit gebracht hätte. Aber: Eine neue Studie zum Thema Traineeprogramme, durchgeführt von der Unternehmensgruppe Haniel, bescheinigt Trainees bessere Karrierechancen als Direkteinsteigern. Zumindest wird es so in der Berichterstattung der Wirtschaftswoche zur Studie ausgelegt. Im Folgenden die wichtigsten Erkenntnisse der Studie:

33,3% aller Trainees müssen (dürfen) ins Ausland

Auslandsaufenthalte stellen einen attraktiven Teil der Traineeprogramme in vielen der befragten Unternehmen dar. Sintje Strobach, die selbst als Trainee bei Beyersdorf angefangen hat und nun in der Personalabteilung arbeitet, berichtet bei einer Podiumsdiskussion, dass bei Beyersdorf 5-6 Monate im Ausland fester Bestandteil des Traineeprogramms sind. Aber nicht nur Beyersdorf versetzt die eigenen Trainees regelmäßig in die internationalen Tochtergesellschaften, sondern ein Drittel aller in der Haniel-Studie befragten Unternehmen schicken ihre Trainees ins Ausland. Dies hilft laut Sintje Strobach nicht nur um die lokale Sicht auf das Unternehmen im Ausland und die Märkte kennenzulernen, sondern auch um spannende und einzigartige Erfahrungen im Alltag einer fremden Kultur zu erleben. Die meisten Trainees landen laut Studie in den USA oder in Brasilien.

Einige wenige Unternehmen bieten auch internationale Traineeprogramme an, die ausschließlich im Ausland ablaufen. So z. B. die Bayer AG mit dem Bayer HealthCare International Management Trainee Programm, das den erfolgreichen Bewerber für 36 Monate ins Ausland schickt.

3 bis 4 Monate pro Trainee-Station

Um sich in einer Abteilung einzuarbeiten und ein effektives Netzwerk aufzubauen, braucht es seine Zeit. Nicht verwunderlich ist es daher, dass die meisten Trainees nicht nur wenige Wochen, sondern meist drei bis vier Monate auf einer Station innerhalb des Traineeprogramms verweilen. Immerhin 57% der Unternehmen halten es mit dieser Richtgröße. Die meisten Trainees schaffen dementsprechend rund 3-4 Abteilungen in der Zeit des Programms. Die Dauer der Programme schwankt zwischen 12 und 24 Monaten. Nur 6% sind länger als 2 Jahre, nur 2% kürzer als 1 Jahr.

Externe Seminare und interne Fortbildungen in rauen Mengen

Auf die Weiterbildung der Trainees wird großen Wert gelegt. Nur 16% der Unternehmen bieten im Rahmen des Traineeprogramms keine hausinternen Fortbildungen an. Ansonsten werden z. B. Karriereskills, Prästentationstechniken, Mitarbeiterführung oder auch Selbstorganisation geschult. Zumindest ein Drittel der Unternehmen bindet hierzu externe Dienstleister ein.

Die meisten Trainees sind im Controlling zu Hause

Trainees werden lt. Studie in den verschiedensten Bereichen der Unternehmen tätig. Ganz vorne liegt allerdings das Controlling. 43% aller befragten Unternehmen beschäftigen hier Trainees. Auf dem zweiten Platz folgt das Marketing mit immerhin noch 40%. Noch nicht einmal halb so viele Trainees finden sich im Bereich Personal.

Trainee-Gehalt steigt im zweiten Jahr des Traineeprogramms

Ein Viertel der Trainees absolviert ein zumindest 2-jähriges Programm. Diese dürfen sich auf eine 10% Steigerung der Vergütung im zweiten Jahr freuen. Durchschnittlich starten die Trainees mit einem Einstiegsgehalt im Traineeprogramm von 42.600,-€. Dazu bekommt etwa jeder Zehnte noch Zusatzleistungen vom Unternehmen gezahlt.

Am Assessment Center kommt man kaum vorbei

Die Möglichkeiten der Personalauswahl sind vielfältig, doch die Studie zeigt: Mehr als zwei Drittel der Unternehmen halten ein Assessment Center für das beste Mittel zur Auswahl der zukünftigen Trainees. 57% dagegen verlassen sich auf klassische Vorstellungsgespräche, bzw. nutzen diese in Verbindung mit anderen Instrumenten zur Bewerberauswahl.

Unbefristete Verträge noch Mangelware

Wer als Trainee in ein Unternehmen einsteigt und sogleich einen unbefristeten Trainee-Vertrag erhält, darf sich glücklich schätzen. Im Rahmen der Studie zeigten sich nur etwas mehr als ein Drittel der Unternehmen als überzeugt von ihrem Auswahlprozess. Bei allen anderen Firmen ist der Vertrag zuerst auf die Länge des Programms beschränkt. Unternehmen die kein Problem damit haben, von Beginn an unbefristete Verträge an ihre Trainees zu vergeben, sind unter anderen: Voith, die BWM-Group, Kaufland, Haniel, Bosch Rexroth, Züblin, PWC oder auch die Hypo Vereinsbank.

 

Quelle:
-Eine Auswertung der Studie findet man in der Wirtschaftswoche vom 24.01.2011 auf den Seiten 76 bis 80 oder noch besser: Kostenlos auf den Internetseiten von Haniel zum Download: Einstieg mit Aussicht - Haniel
-Weitere Ausführungen zur Studie von Kienbaum, z. B. im Career Journal

Bildquelle:
Clipdealer

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 09. Februar 2011 um 21:30 Uhr