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Praktika als Voraussetzung für den Einstieg als Trainee?

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Montag, den 01. Februar 2010 um 20:22 Uhr

Praktika sind die Währung von Absolventen gegenüber potentiellen Arbeitgebern - jedenfalls scheint es manchmal so. Drei Monate, sechs Monate, 12 Monate, bezahlt, unbezahlt, im Ausland oder Inland, als unterbeschäftigte Kopier- und Kaffeekraft oder extrem beanspruchter Nachwuchsstar. Wie wichtig Praktika für den Berufseinstieg sind, sollte eine aktuelle Studie des Bayerischen Staatsinstituts für Hochschulforschung und Hochschulplanung zeigen. Eine kleine Auswahl der teilweise überraschenden Ergebnisse im Folgenden.

Der wichtigste Punkt für alle praktikascheuen Top-Nachwuchskräfte vorweg: Praktika spielen im Gesamtpaket der Fähigkeiten, Erfahrungen und aller weiteren Parameter, die einen Bewerber um eine Position als Direkteinsteiger, oder auch als Trainee auszeichnen, nicht immer die erste Geige. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die wichtigsten Kriterien Geschlecht, Abschlussnote und das Studienfach sind. In einigen Studienfächern wird den Praktika praktisch jegliche Bedeutung abgesprochen. Dies ist besonders im Naturwissenschaftlichen Bereich der Fall, also z. B. in den Physik, Chemie und Biologie.

Einige Bereiche dagegen können laut Bericht, Ihre Berufschancen extrem verbessern, hier werden Germanistik- und Anglistik-Studenten genannt.

Praktika bei Wirtschaftswissenschafltern

Doch Achtung liebe Wirtschaftswissenschaftler. Eine zweite Studie beurteilt die Wichtigkeit von Praktika in eurem Bereich etwas anders. Der Staufenbiel JobTrends-Studie 2009 nach, schätzen Unternehmen mit Bedarf an Wirtschaftswissenschaftlern, Praktika viel höher ein. Hier sind sie tatsächlich das höchste Gut und jeder Bewerber sollte zumindest ein Praktikum hinter sich gebracht haben. Dann folgen Punkte wie: Berufserfahrung, Auslandsaufenthalte und außeruniversitäre Erfahrungen. Auch für Informatiker, Juristen oder Ingenieure sind nach dieser Studie Praktikas ein wichtiger Punkt.

Das es kaum ein Student schafft, ohne Nebenjob oder Praktika durch sein Studium zu kommen, ist ein weiteres Ergebnis der bayrischen Studie. So sind es nur magere 2%, die sich zu 100% auf das Studium konzentrieren und komplett auf Nebenjob und Praktika verzichten. In wieweit hier finanzielle Gründe eine Rolle spielen, kommt in der Studie leider nicht zum Ausdruck.

Auch in wiefern Kontakte aus einem Praktikum zu späteren Einstellungen im selben Unternehmen führen, wurde untersucht. Immerhin 20% der offenen Stellen besetzen die Unternehmen mit Personen, die Ihnen bereits durch Praktika oder eine Nebentätigkeit bekannt sind

Leider unterscheidet die Studie nicht, ob die Befragten, die schon einen Job inne haben, als Direkteinsteiger oder als Trainee begonnen haben. Vielmehr werden Trainees explizit mit allen anderen in der Gruppe „Nichtselbstständige Erwerbstätigkeit" vermischt.

Quellen:

Andreas Sarcletti, Die Bedeutung von Praktika und studentischen Erwerbstätigkeiten für den Berufseinstieg http://www.ihf.bayern.de/?download=IHF_Studien%20Hochschulforschung-77.pdf

Staufenbiel JobTrends-Studie 2009, http://www.staufenbiel.de/fileadmin/fm-dam/PDF/Publikationen_WS_09/jobTrends_2009.pdf

Bildquelle:
© jonathan spielbrink /
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