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Ablauf eines Assessment Centers - Vorbereitet sein und natürlich bleiben

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Montag, den 17. Februar 2014 um 21:38 Uhr

dreamstimefree_2370218_Theodor38_DreamstimeBewerber vergleichbar machen, Potentiale ausloten und nach- vollziehbar und objektiv Personal auswählen, das sind die Ziele von Assessment Centern aus Unternehmenssicht. Für den Bewerber steht, neben dem Willen eine Traineestelle zu ergattern, in erster Linie der Wunsch nach Wissen über den Ablauf im Mittelpunkt. Was kommt auf mich zu? Wie wird der genaue Ablauf aussehen? Welche für die Auswahl der Trainees relevanten Aufgaben werden gestellt? Wie kann ich mich am besten vorbereiten? Ein typischer Ablauf eines Assessment Centers im Folgenden.

„Die Aufgaben im Assessment-Center spiegeln künftige Herausforderungen konkret und praktisch wider." liest man auf den Internetseiten der N-ERGIE und der VAG. Um dieser und ähnlicher Aussagen auch tatsächlich gerecht zu werden, haben sich die verschiedensten Instrumente und Abläufe herausgebildet, die im Rahmen von AC Anwendung finden. Ein Ziel ist es immer, die Fähigkeiten der Bewerber möglichst gut mit den Anforderungen der ausgeschriebenen Stelle vergleichen zu können.

Dazu werden die Instrumente nicht einzeln genutzt, sondern als sogenannte Testbatterie verknüpft, wobei der Schwerpunkt auf simulationsorientierten Übungen, wie z. B. die bekannte Postkorb-Übung, liegt. Standardisierte Tests kommen auch vor, werden aber häufig schon in vorgeschalteten Online-Assessments durchgeführt.

Einzelne Bestandteile eines Assessment Centers

Beliebte Bestandteile sind Rollenspiele zwischen den Bewerbern, Gruppendiskussionen, Präsentationen vorbereiteter Themen, aber auch Interviews, die Vorstellung der eigenen Person und psychologische Tests. Da diese Bandbreite von Tests sehr zeitaufwendig ist, werden AC häufig auf 1,5 bis 2 Tage aufgeteilt. Das Fachwissen der Traineestellen-Anwärter spielt im Assessment Center keine überragende Rolle. Es kommt mehr auf die Zusammenarbeit, das Verhalten in der Gruppe und allein sowie auf generelle Verhaltensweisen an. Normalerweise nehmen etwa 6-12 Bewerber an einem Assessment Center teil.

Unser Tipp: Bleiben Sie natürlich und übertreiben Sie nicht. Auch sollten sie keine Wesenszüge spielen, die nicht Ihrer Art entsprechen. Denn erstens wird es sehr wahrscheinlich irgendwann auffallen und zum zweiten wird Ihnen unter Umständen ein Jobangebot gemacht, das nicht Ihrer Person entspricht. Wer also normalerweise nicht im Mittelpunkt steht und eher passiv agiert, sollte auch im AC nicht ständig in die Moderatorenrolle drängen.

Detaillierter Ablauf eines Assessment Centers

Der folgende Ablauf orientiert sich an der Vorlage von Thomas Schmidt aus seinem Buch „Angstfrei ins Assessment Center". Er geht dabei von einer zweitägigen Veranstaltung aus:

Der erste Tag:

9:00 Uhr: Begrüßung der Teilnehmer durch den Moderator des Assessment Center Meist gibt es davor schon ein kurzes Kennenlernen der Bewerber untereinander in lockerer Runde. Schon hier sollte man sich von seiner besten Seite zeigen. Konkurrenzverhalten gilt es zu vermeiden.
  • Vorstellung der Beobachter (oft sind dies Psychologen oder die potentiellen späteren Vorgesetzten, wenn möglich sollte man sich hier die Namen und Funktionen der Unternehmensbeteiligten merken, dies kann später hilfreich sein.)
  • Vorstellung des Unternehmens (Per Präsentation, Infomappe oder gerne auch per Imagefilm. Die meisten Informationen sollten dem gut vorbereitetem Bewerber schon bekannt sein.)
10:00 Uhr: Die Teilnehmer stellen sich vor Hier ist  eine lockere und kurze Eigenpräsentation gefragt. Wer unsicher über Länge und Art der Präsentation ist, kann sich unter Umständen an den bereits gelaufenen Präsentationen der Beobachter und des Moderators orientieren.
11:00 Uhr: Bearbeitung Persönlichkeitsfragebogen Oft mussten solche Fragebögen schon im Vorfeld online ausgefüllt werden. Es müssen Einschätzungen der eigenen Person zu den unterschiedlichsten Fragen getroffen werden, wie z. B.: Ich arbeite gerne alleine; Teamarbeit führt meistens zu besseren Ergebnissen; Unter Druck fällt mir die Arbeit leichter; In einer fremden Umgebung fällt es mir leicht Anschluss zu finden; usw.
12:00 Uhr: PauseAuch die Pausen können den Beobachtern viel über die einzelnen Charaktere verraten. Wie gliedern sich die Bewerber in die Gruppe ein, wie wird kommuniziert, wem fällt es leicht Small-talk zu machen. Man sollte daher nicht den Fehler machen, sich zu sehr abzugrenzen oder ein komplett anderes Verhalten als während der Tests zu zeigen. 
13:30 Uhr: Führerlose Gruppendiskussion Hier wird besonders beobachtet, wer in der Gruppe das Heft in der Hand hat und wie die einzelnen Personen in solchen Gruppen agieren. Wer diskutiert wie, mit welchen Argumenten, wer setzt sich durch, wer verteidigt seine Meinung und ähnliches.
15:00 Uhr: Postkorbübung Zu den bekanntesten Übungen im Assessment Center gehört sicherlich die Postkorb-Übung. Innerhalb knapper Zeit soll ein Stapel Post kategorisiert, organisiert, bewertet und verteilt werden. Teilweise wächst dieser noch innerhalb der Übung. Stress ist hier Teil der Aufgabenanlage und meist ist es nicht möglich die Übung tatsächlich abzuschließen. Darauf kommt es aber auch nicht an. Es geht darum herauszufinden, wie der Bewerber unter Stress arbeitet. Ob er priorisieren und organisieren kann, ob er Zusammenhänge erkennt (oft sind zwei Aufgaben miteinander verknüpft) und schnell Entscheidungen trifft.
17:30 Uhr: Einzelgespräche über PostkorbübungDie Übung und die einzelnen Leistungen werden ausgewertet und mit jedem Teilnehmer besprochen.
18:30 Uhr: Gemeinsames AbendessenAuch wenn es aussieht, als sei der stressige Teil des ersten Tages vorbei, auch beim gemeinsamen Abendessen stehen die Bewerber auf dem Prüfstand. Das Verhalten in ungezwungener Atmosphäre und die Fähigkeit zur Konversation werden beobachtet und sagen viel über den jeweiligen Bewerber aus. Aber auch Manieren, der Umgang am Tisch und im Gespräch mit anderen sind wichtige Punkte, die von den Beobachtern aufmerksam verfolgt werden.

Quellen:
- Angstfrei ins Assessment Center: clever vorbereiten - smart auftreten, Thomas Schmidt, Manfred Faber, Thomas Middelmann, 2000, Frankfurt/ Wien; redline Verlag
- www.tuev-akademie.de
- Ablauf eines Assessment Centers

Bildquelle:
© Theodor38 | Dreamstime.com

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 18. Februar 2014 um 20:35 Uhr